Es ist ein Trauerspiel in mehreren Akten, das uns da aus dem Sauerland und Washington serviert wird. Unser Friedrich Merz hat sich verhoben. Ein bisschen Kritik am US-Kurs im Iran hier, ein paar deutliche Worte da: und schon kriegt er von Donald die digitale Quittung.
Kommunikation auf Kindergartenniveau
Seit Tagen reden der US-Präsident und der deutsche Kanzler nicht miteinander, sondern nur noch übereinander. Trump bescheinigt Merz via Social Media „schlechte Arbeit“, droht mit Zöllen und streicht im Vorbeigehen die Stationierung von Mittelstreckenwaffen.
Merz versucht bei Miosga verzweifelt zu deeskalieren (Mehr dazu hier: Paria Funk: Merz im Rechtfertigungsmodus, während das Land den Anschluss verliert). Er nennt Trumps Drohungen „zugespitzt“ und beteuert seine Treue zum transatlantischen Bündnis. Es ist das Bild eines Vasallen, der versehentlich den König beleidigt hat und nun versucht, durch besonders tiefes Verbeugen seinen Kopf zu retten.
Die „Sicherheit“ als Spielball
Sicherheitsexperten zittern nun: „Wie sehr wird Deutschland geschwächt?“ „Profitiert Russland?“
Eure Sicherheit war nie das Ziel. Ob US-Soldaten in Vilseck bleiben oder ob Tomahawks in Wiesbaden stehen, dient nicht dem Schutz der Menschen hier. Es dient der globalen Machtprojektion. Dass Trump Truppen abzieht, ist kein Friedensakt, sondern eine Strafexpedition gegen einen unbotmäßigen Partner. Und dass Merz „die Zusammenarbeit nicht aufgibt“, zeigt nur, wie alternativlos er sich in die Abhängigkeit vom US-Imperium begeben hat.
Brantners Kritik: Die grüne Aufrüstungsfalle
Grünen-Chefin Brantner gießt Öl ins Feuer und wirft Merz vor, Europa nicht „fitter“ für die Verteidigung gemacht zu haben.
Übersetzung: Sie will noch mehr Geld für eine eigene, europäische Kriegsmaschinerie. Für uns ist das die Wahl zwischen Pest und Cholera: Entweder wir bleiben der Flugzeugträger der USA, oder wir bauen uns einen eigenen, europäischen Super-Militärapparat. In beiden Fällen bleibt die Basis: die Jugend, die Arbeiter:innen und die Armen auf der Strecke.
Fazit
Während Merz im Stillen hofft, dass Trump bald wieder zum Hörer greift, zeigt dieser Konflikt die ganze Lächerlichkeit staatlicher „Souveränität“:
Abhängigkeit: Deutschland ist ohne den Segen Washingtons militärisch eine leere Hülle.
Ego-Politik: Das Schicksal von Tausenden Soldaten und die strategische Ausrichtung ganzer Kontinente hängen von der persönlichen Kränkung zweier Narzissten ab.
Alternativlosigkeit: Die Regierung hat keinen Plan B, außer sich noch tiefer zu verschulden, um den „Partnern“ zu gefallen.
Merz will, dass man wieder „vernünftig miteinander redet“. Redet so viel ihr wollt, aber hört auf, unser Leben und unsere Zukunft in euren imperialen Poker einzupreisen.
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